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Institut für integrierte Produktion Hannover  Forschungsgemeinschaft Qualität
IPH - Institut für integrierte Produktion Hannover


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Das günstigste Werkzeugangebot gewinnt – aber der Kaufpreis ist nicht alles!

Bis in die jüngste Zeit hinein wurde im Investitionsfall die Kaufentscheidung ausschließlich auf der Basis des Kaufpreises, d.h. mit dem Fokus auf Entwicklung und Herstellung, getroffen. Schon heute und verstärkt in der Zukunft wird diese Entscheidung durch das Langzeitverhalten des Werkzeugs und die zu erwartenden Nutzungskosten beeinflusst. Die Kundenanforderungen an die Betriebsmittel umfassen somit neben den klassischen Forderungen wie zum Beispiel hohe Einsatzqualität, hohe Verfügbarkeit und niedriges Investitionsvolumen zunehmend auch geringe Lebenszykluskosten. Die Betrachtung der Werkzeuge muss deshalb den gesamten technischen Lebenszyklus einbeziehen, von der Planung über die Herstellung und den Betrieb bis hin zur Entsorgung. Das Projekt hat zum Ziel, die Lebenszykluskosten von Werkzeugen und deren Einflussgrößen zu identifizieren und einer Prognose zugänglich zu machen.

Katze aus dem Sack – Was kostet der Werkzeugeinsatz?

Die Lebenszykluskosten umfassen die Gesamtkosten einer Werkzeuginvestition, die neben den herstellerseitigen Entstehungskosten insbesondere die in der Nutzungsphase anfallenden Einsatzkosten von Personal, Material, Energie und sonstigen Ressourcen für Betrieb, Bereitstellung und Instandhaltung beinhalten (Bild 1). Die bisher indirekt verrechneten Kosten wie Ausschuss und Nacharbeit sowie die Kosten aus der Nichtverfügbarkeit des Werkzeugs wie entgangener Gewinn oder Fremdbezugskosten finden Berücksichtigung.

Zudem entstehen in der Nachnutzungsphase Kosten für Anpassung, Demontage oder Entsorgung. Es können aber auch Verkaufserlöse erzielt werden, wenn sich Werkzeuge zum Beispiel im Automobilbereich zur Ersatzteilproduktion veräußern lassen. Die Kosten der Nachnutzungsphase sind deshalb nur schwer abschätzbar, jedoch ist damit zu rechnen, dass ihre Bedeutung in Zukunft aufgrund von Entsorgungs- und Rücknahmeverordnungen zunehmen wird.


Bild 1. Umfang der Lebenszykluskosten (IPH Hannover)

Der Eisberg der Werkzeugkosten – Ein Blick unter die Oberfläche lohnt sich

Sichtbar ist im Investitionsfall nur der Kaufpreis - wesentliche Kostenblöcke bleiben bislang zu diesem Zeitpunkt verdeckt. Die Bedeutung der lebenszyklusgebundenen Kosten wird deutlich, wenn man berücksichtigt, dass die einsatzbedingten Kosten bei komplexen Werkzeugen die Einstandskosten um ein Vielfaches übersteigen können. Eine aus Unternehmensuntersuchungen des IPH stammende Kostenverteilung über den Lebenszyklus ist in Bild 2 dargestellt. Die Kosten der Nachnutzungsphase sind in der Abbildung aufgrund ihrer schwierigen Abschätzbarkeit nicht enthalten.


Bild 2. Verteilung der Kosten auf die Lebenszyklusphasen bei einem komplexen Werkzeug (IPH Hannover)


Das Projekt hat zum Ziel, die Lebenszykluskosten von Werkzeugen und deren Einflussgrößen zu identifizieren und einer Prognose zugänglich zu machen.